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Pensionssystem

20 Jahre Stillstand haben ihren Preis

Die letzte echte Reform gelang in den 2000er-Jahren mit dem Umstieg auf das Pensionskonto. Seither kamen abschlagsfreie Frühpensionen, Frühstarterbonus und Anpassungen über der Inflation dazu. Allein die Pensionsbeschlüsse zwischen 2017 und 2024 verursachen laut Budgetdienst des Parlaments rund 2 Milliarden Euro Mehrkosten pro Jahr. Bezahlen müssen das jene, die heute ins Berufsleben einsteigen.

Später in Pension, aber flexibler

Viele gehen nicht deshalb früher in Pension, weil sie krank oder arbeitslos sind, sondern weil das System es zulässt und finanziell attraktiv macht. Nur 25 Prozent der Männer gehen in die klassische Alterspension mit 65. Deshalb steigen bei der Korridorpension ab 2026 schrittweise Antrittsalter und Versicherungszeiten, bis 63 Jahre und 42 Versicherungsjahre erreicht sind. Die neue Teilpension ermöglicht es, 25, 50 oder 75 Prozent der Pension zu beziehen und daneben weiterzuarbeiten.

Der Nachhaltigkeitsmechanismus

Budgetobergrenzen für Pensionen gab es auch bisher, sie wurden nur jedes Jahr nach oben korrigiert. Der neue Mechanismus ist gesetzlich verbindlich. Ein jährlicher Bericht an den Nationalrat zeigt, ob die Kostendämpfung erreicht wird. Wird der Pfad bis 2030 verfehlt, ist die Bundesregierung verpflichtet, weitere Maßnahmen zu setzen.

Kostendämpfungspfad laut Regierungsprogramm:

JahrErforderliche Kostendämpfung
2026625 Mio. Euro
20281.458 Mio. Euro
20302.500 Mio. Euro
20312.917 Mio. Euro

Pensionsanpassung 2026

Was wir nicht mehr brauchen, sind Einmalzahlungen nach dem Motto Gießkanne oder Wahlzuckerl vor jeder Nationalratswahl. Pensionen bis 2.500 Euro werden 2026 voll an die Inflation angepasst, darüber gibt es maximal 67,50 Euro zusätzlich. Mehr als 71 Prozent der Pensionist:innen bekommen damit die volle Anpassung, Mehrfach- und Luxuspensionen werden begrenzt. Das spart im kommenden Jahr 350 Millionen Euro und über die Legislaturperiode 1,4 Milliarden.

Sind die Pensionen damit sicher?

Nein. Aber das Budget ist es ein kleines bisschen mehr. Ohne eine Abbildung der steigenden Lebenserwartung im System wird es keine Nachhaltigkeit geben, ob über das Antrittsalter oder über die Pensionsberechnung. Als nächsten Schritt reformieren wir die betriebliche und private Altersvorsorge, damit Pensionen nicht nur sicher und finanzierbar, sondern auch höher sind.